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<title>Zeitgeistaustreibung</title>
<link>http://www.zeitspuk.de/</link>
<description>Zeitgeistaustreibung und Geistige Enteignung</description>
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        <title>RSS: Zeitgeistaustreibung - Zeitgeistaustreibung und Geistige Enteignung</title>
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    <title>Flattr bei Zeit und co.</title>
    <link>http://www.zeitspuk.de/archives/858-Flattr-bei-Zeit-und-co..html</link>

    <description>
        Auch auf meinem Blog gibt es seit einigen Tagen einen Flattr-Button. Flattr ist quasi angewandte Kulturflatrate. Man zahlt einen gewissen, selbstgewählten Betrag im Monat, bei mir sind es derzeit 5 Euro. Surft man auf Artikel oder andere Dinge im Netz mit entsprechendem Button, kann man diese flattrn. Am Ende eines Monats wird mein Gesamtbetrag durch die Anzahl einzelner Flattrs geteilt und an die geflattrten ausgeschüttet. Angenommen, ich habe 5 mal geklickt, bedeutet das also 1 Euro pro Artikel. &lt;br /&gt;
Nun habe ich heute einen Aufschlag gemacht, ausgehend von einem grandiosen Artikel über den Verbleib der Fußballweltmeister von 1990 in der Online-Ausgabe der Zeit. &lt;br /&gt;
Ich fragte den Zeit-Account &lt;a href=&quot;http://www.twitter.com/zeitonline&quot;&gt;@zeitonline&lt;/a&gt;, ob in naher Zukunft eine Flattr-Einbindung geplant sei. Dank Retweet kamen einige andere Kommentatoren dazu, sich gegen ein solches Vorhaben (das es wohl derzeit nicht gibt) auszusprechen. Flattr, so die Argumentation, sei für Blogs gedacht, es sei ein Armutszeugnis für ein Unternehmen, darauf zurück zu greifen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nur: Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst einmal: die &lt;a href=&quot;http://www.taz.de&quot;&gt;Taz&lt;/a&gt; nutzt Flattr auch, die Zeit wäre also nicht alleine. Auch steht nirgendwo beim Dienst selbst, dass dieser exklusiv für Blogs sei. Am wichtigsten aber ist doch die Frage, warum man sich ausgerechnet jetzt vom &quot;professionellen Journalismus&quot; abkapseln sollte? Da streitet man Jahrelang darüber, dass die eine &quot;Seite&quot; versucht, eine Unterscheidung zwischen Journalisten und Bloggern zu machen und dann schlägt man selbst in die gleiche Richtung? Ich konsumiere persönlich gerne Blogs und genauso gerne bezahlten Journalismus. Werbung klicke ich so gut wie gar nicht, Bezahlmodelle nutze ich ebenfalls kaum. Flattr hingegen ist exakt das, was ich haben möchte: Ich lese einen Artikel, ich finde ihn gut, ich bezahle dafür. Nicht für die gesamte Publikation, sondern genau dafür. Und ich habe Kontrolle über meine Kosten (sie bleiben konstant bei 5 Euro), was auch wesentlich dazu beiträgt, dass ich mich überhaupt erst angemeldet habe. Für mich ist also Flattr die einzige Möglichkeit, wie ich mich für einen guten Artikel bedanken kann. Bei Blogs und Podcasts genauso wie bei der Online-Version eines Printartikels. Wer den geschrieben hat und wie dieser Mensch bezahlt wird ist mir egal. Wenn es dazu führt, dass ich auch in Zukunft toll recherchierte Artikel lesen kann, bin ich glücklich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei geht es übrigens in keinem Fall darum, wie es der Zeit finanziell geht. Mir geht es auch schließlich nicht darum, wie gut ein Udo Vetter dasteht oder ein Stefan Niggemeier, die sicherlich auch ohne ihre Blogs gut leben können. Es ist &lt;u&gt;meine&lt;/u&gt; Entscheidung, &lt;u&gt;ich&lt;/u&gt; möchte Geld geben und zwar auf meine Weise. 
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    <title>Gender, Feminismus und andere Dinge</title>
    <link>http://www.zeitspuk.de/archives/857-Gender,-Feminismus-und-andere-Dinge.html</link>

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        Hiermit möchte ich mich in ein Minenfeld werfen, das von der Piratenpartei kommend derzeit für Unruhe sorgt: Die Debatte um Gender und Postgender, um Frauen in Nerdkreisen und deren Gleich- oder Ebendochnichtgleichbehandlung. Ich habe mich lange heraus gehalten. Ich durfte die Debatte in meinem Leben mehrfach führen und war ihrer überdrüssig. Ob in meiner Zeit bei den Jusos von 1996-2000, ob in meiner Zeit bei Attac (Hauptsächlich 2002-2006), ob heute: Es hat sich nicht viel neues getan und man fühlt sich bisweilen nicht anders, als erkläre man etwa immer wieder die gleichen Prinzipien von Datenschutz. Am Wochenende zog es mich dann eben doch in eine solche Debatte, und ich erklärte halbwegs leidenschaftlich meinen Standpunkt der Dinge, versuchte auf fast jedes Argument eine Antwort zu finden. Im Folgenden möchte ich mich an jenes Gespräch anlehnen und den Versuch einer Argumentation wagen.  &lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.zeitspuk.de/archives/857-Gender,-Feminismus-und-andere-Dinge.html#extended&quot;&gt;Continue reading &quot;Gender, Feminismus und andere Dinge&quot;&lt;/a&gt;
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    <title>Fisch essen: Tubarão, Porto</title>
    <link>http://www.zeitspuk.de/archives/856-Fisch-essen-Tubaro,-Porto.html</link>

    <description>
        &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 150px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:631 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;150&quot; height=&quot;200&quot;  src=&quot;http://www.zeitspuk.de/uploads/tubarao.serendipityThumb.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Tubarão:&lt;br /&gt;
Latitude: 41.148388° N&lt;br /&gt;
Longitude: 8.611739° W&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Tief im Nordwesten Portos, weitab von Portweinkellern und Weltkulturerbe-Ausblick, inmitten schäbiger Gassen unweit der Fischmärkte und ganz in Nähe des Containerhafens: Ein Restaurant möchte man es kaum nennen, diese Bude mit Küche, kaum größer als ein Wohnzimmer. Nichts lädt den Besucher auf den ersten Blick zu einem schönen Abend ein: Winzige Hocker an Tischen, die kaum Platz für ihre Gäste bieten, der Schmutz der Jahrzehnte an den Wänden und ein Fußboden voller Löcher, eine Auslage mit Gemüse, bei der man sich nicht so recht entscheiden möchte, ob das Schwarze in den Ecken Schimmel oder nur Schmodder ist. Um in die Toilette zu gelangen, muss man sich ducken, bei kaltem Wetter schützt ein kleiner Windfang kaum die direkt an der Eingangstür platzierten Gäste. Ein gewöhnlicher deutscher Gesundheitsinspektor wüßte gar nicht, wie er seine Mängel alle auf dem Formblatt unterbringen sollte. &lt;br /&gt;
Wahrscheinlich ist es Bestimmung, dass die Suche nach dem perfekten Geschmack nicht auf den Prachtboulevards endet, sondern dort, wo ein gewöhnlicher Tourist schon fast als Abenteurer gelten mag. Gegrillter Fisch wird hier serviert, dazu zwei Beilagen oder Salat, Kuchen zum Nachtisch - das war&#039;s. Ein Kohlegrill in der durch jenen schäbigen Tresen abgetrennten Küchenzeile, davor eine freundliche alte Frau, die den Eindruck erweckt als grille sie schon seit Anbeginn der Zeit ihren Fisch auf diese Weise. Das Rezept ihrer Sauce, wohl aus Olivenöl, Zitrone und Knoblauch möchte sie nicht verraten, mehr dürfte aber auch nicht enthalten sein. Die gesamte Küche besteht neben all den Fischsorten nur aus acht Zutaten: Tomaten, Zwiebeln und Salatblätter, dazu Knoblauch, Paprika und Kartoffeln - fertig sind die Beilagen, hinzu kommen Olivenöl und Zitrone. Der reine Geschmack, die Perfektion, das Atemberaubende kommt aus dem Meer: Man schmeckt es eben doch, wenn der Fisch noch keine 24 Stunden aus dem Wasser ist, wenn er nicht gekühlt und transportiert werden musste, sondern direkt aus dem Fischreihafen um die Ecke stammt. Und der Einkäufer, wohl der Mann der Köchin und im Tagesgeschäft vor allem mit der Bedienung beschäftigt, ist ein Meister in seinem Fach. &lt;br /&gt;
Weinkarte? Fehlanzeige. Zwei Hausweine, der weiße angenehm leicht und so frisch, dass man kein Wasser dazu bestellen möchte. Zum Nachtisch gibt es zwei schwere, aus jedem Krümel nach jahrzehntelanger Tradition schmeckende Kuchen, im Regal stehen zwei Liköre und wer möchte kann sich einen Espresso bestellen. &lt;br /&gt;
Der Preis für drei gigantische Portionen Fisch (Sardinen, Robalo und Tintenfisch), Pellkartoffeln und Paprika, zwei Flaschen Wein, zwei Stücke Kuchen, Kräuterlikör und Espresso? 42 Euro. &lt;br /&gt;
Das beeindruckt auf mehrfache Weise und erinnert ein wenig an &lt;stroke&gt;Bertold Brechts&lt;/stroke&gt; Heinrich Bölls Parabel vom Fischer, der sich im Hafen sonnt. Ein Tourist fragt ihn, warum er nicht mehr arbeitet und zeigt ihm all die Möglichkeiten auf, die der Fischer mit mehr Geld hätte um damit zu enden, dass er dann irgendwann beruhigt im Hafen liegen und sich sonnen könne. &lt;br /&gt;
Dieses Ehepaar hätte gewiss mehr Möglichkeiten. Für dieses Essen, so originell und lecker wie es ist, könnte man auch das Doppelte verlangen. Irgendwann wäre Geld da für ein neues Interieur, zumindest eine Geschirrspülmaschine, vielleicht sogar die Miete für einen größeren Laden in einem besseren Teil der Stadt. Kapazität für noch mehr Gäste, und Mund-zu-Mund-Propaganda. Artikel in Touristenmagazinen, im Sommer lange Schlangen vor dem Haus. Doch was dann? Was, wenn aus der Spelunke in einer schäbigen Hafengasse die nächste In-Kneipe Portos geworden ist? Vermutlich würden die beiden Besitzer dann abends nach getaner Arbeit müde und glücklich nach Hause gehen. Nichts Neues also.&lt;br /&gt;
 
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